
Aus dem Erlös des Dämmgranulatverkaufs werden Kranichschutzprojekte in Spanien - der Heimat der Korkeichen - und Deutschland unterstützt. Ziel der Naturschutzarbeit in Spanien ist die Erhaltung der traditionellen Korkwirtschaft und damit der einmaligen Landschaft der "Dehesas". Diese lichten Kork- und Steineichenwälder im Südwesten der iberischen Halbinsel sind das Überwinterungsgebiet von über 50.000 Kranichen aus ganz Mittel- und Nordeuropa. Die spanische Region Extremadura zählt dank der traditionellen, naturschonenden Bewirtschaftung zu den artenreichsten Lebensräumen Europas. Vom Aussterben bedrohte Tierarten wie der Pardelluchs, der Spanische Kaiseradler und die Großtrappe haben hier ihre letzten Rückzugsräume. Gegen die weitere Zerstörung der Extremadura kämpft die spanische Partnerorganisation des NABU, SEO/BirdLife. Die KORKampagne hat sich zum Ziel gesetzt, möglichst viele der 1,2 Milliarden Flaschenkorken, die jährlich in Deutschland anfallen, zu sammeln und zu recyceln. Daraus könnten 32.000 Kubikmeter ökologisch wertvolles Dämmgranulat für den Hausbau werden. Bisher werden nur 10% dem wieder verwertbaren Stoffkreislauf zugeführt

Das biedere Image hat Kork weit hinter sich gelassen: Jetzt macht das Naturmaterial schön farbenfroh, mit Streifen- oder Blumenmustern als Bodenbelag Furore. Umweltfreunde stehen drauf. Denn Kork sorgt für ein rundum gesundes Wohnklima. Alles braun in braun? Mitnichten! Als attraktive Alternative zu Holz und Linoleum hält Kork wieder Einzug in den Wohnbereich und besticht durch kräftige Farben und geschmackvolle Designs. Vor allem Familien mit kleinen Kindern hat Kork viel zu bieten: der elastische und trittschalldämmende Korkbelag übersteht die wildesten Tobereien im Kinderzimmer und eignet sich ebenso für besonders stark beanspruchte „Verkehrsflächen“. Und im Bad sorgt das Naturmaterial für angenehme Wärme. „Kork ist besonders kälteisolierend und kaum feuchtigkeitsempfindlich“, bestätigt BHW-Expertin Iris Laduch. „Umweltbewusste Verbraucher besinnen sich auf die positiven Eigenschaften von Kork. Denn die Rinde der Korkeiche speichert sehr viel CO2 und gilt deshalb als besonders nachhaltiger Rohstoff.“ Keine Eiche muss für die Ernte des begehrten Korks ihr Leben lassen, sie wird nur geschält und wirft einen zu 100 Prozent weiterverwertbaren Ertrag ab. Wer beim Verlegen des Bodens noch auf das Kork-Logo des Deutschen Kork-Verbands achtet, ist endgültig auf der ökologischen Seite.
Kork auf dem Boden sorgt für ein natürliches Wohngefühl: Der Belag ist nicht nur umweltfreundlich, sondern auch warm und weich unter den Füßen.
Man kennt ihn noch aus den Partykellern und Kinderzimmern der 70er Jahre: diesen hellbraunen Bodenbelag aus Kork, gerne kombiniert mit orange-braunen Gardinen und glänzenden Kunststoffmöbeln. Beliebt war er damals vor allem, weil das Material aus der Rinde der Korkeiche schalldämmend wirkt und außerdem so schön robust ist. Für Kinder war es zudem stets eine Wonne, aus den unversiegelten Böden möglichst große Brocken herauszuknibbeln.
Doch nicht nur wegen seiner bewährten Standfestigkeit ist Kork derzeit wieder so angesagt. Umweltbewusste Zeitgenossen schätzen vor allem die positive Öko-Bilanz des soliden Bodenbelags: Die Eichen, aus deren Rinde er gewonnen wird, absorbieren große Mengen an Kohlendioxid. Außerdem können sie geschält werden, ohne den Stamm zu verletzen. Passionierte Barfußläufer lieben Kork sowieso, weil er wegen der Millionen eingeschlossenen Luftbläschen so schön warm, weich und elastisch unter den Sohlen ist. Und für Allergiker ist Kork auch geeignet: Das Material lädt sich nicht elektrostatisch auf. Die modernen Böden haben nichts mehr vom Muff der 70er, neben dem vertrauten Ockerton gibt es inzwischen sogar Beläge in Mintgrün oder Holzbodenoptik.
Man unterscheidet zwischen Kork-Fertigparkett und Korkplatten. Letztere werden vollflächig mit dem Unterboden verklebt – am besten vom Profi. Das Fertigparkett aus zwei Korkschichten mit einer Hartfaserplatte dazwischen wird meist an Nut und Feder verleimt und schwimmend verlegt. Für Heimwerker gibt es auch eine leimlose Klick-Variante. Fürs typisch rustikale Aussehen sorgt Korkschrot in unterschiedlicher Korngröße, das mit natürlichen oder schadstoffarmen Bindemitteln gepresst und anschließend in Dicken von 2 bis 10 Millimetern aufgesägt wird.
Besonders beim Kauf von vorversiegeltem Belag sollten Sie unbedingt darauf achten, dass er frei von Schadstoffen ist, die in die Raumluft gelangen könnten. Nach dem Verlegen außerdem mit Öl, Wachs oder Lack nachversiegeln, damit weder Staub noch Flüssigkeit in die Fugen dringen können. Dann eignet sich der Boden sogar für Küche und Bad und kann problemlos feucht gereinigt werden. In Kinderzimmern und anderen stark beanspruchten Räumen ist eine Lackversiegelung ratsam. Wachs und Öl könnten Schmutz aufnehmen – und schützen den Kork zudem nicht ausreichend vor den bohrenden Fingern der lieben Kleinen.
Gut zu wissen: Qualitätsmerkmal
Das Kork-Logo weist Böden mit einer Mindestdichte von 450 kg/m2 aus. Das Gütesiegel steht für Produkte, die den bestehenden europäischen Qualitätsnormen bzgl. Maßgenauigkeit, Einheitlichkeit in Form und Stärke und Verarbeitungsfähigkeit entsprechen. Infos: www.kork.de
Er verschließt Wein- und Sektflaschen, aber auch für Bodenbeläge wird Kork immer beliebter. Sogar als Dämmmaterial im Space Shuttle kommt das vielseitige Naturprodukt zum Einsatz. Größter Lieferant von Kork ist Portugal.
Seit Millionen von Jahren existiert die Korkeiche im Mittelmeerraum. Von Menschen wird die Rinde der uralten Kulturpflanze bereits seit Jahrtausenden genutzt. So verschlossen schon die antiken Griechen und Römer mit dem Naturmaterial ihre Amphoren und Gefäße. Heute wird Kork in den unterschiedlichsten Bereichen eingesetzt: Die Bandbreite reicht vom Hightech-Dämmstoff im Space Shuttle bis zu Korksohlen in Schuhen.
(Quelle: weltderwunder, 04.06.2008)